In meiner Zeit als Küchenchefin einer kleinen Trattoria in Florenz habe ich täglich Pizzateig angesetzt – nicht nach Gefühl, sondern mit Präzision, Geduld und Respekt vor der Tradition. Dieses Rezept ist kein „inspirierter Versuch“, sondern das echte Grundrezept, wie es in italienischen Familien und Pizzerien seit Generationen weitergegeben wird. Mit nur vier Zutaten und der richtigen Technik gelingt Dir zuhause ein Teig, der in Geschmack und Textur mit dem aus der Trattoria mithalten kann.
Warum dieses Rezept überzeugt
✅ Originalrezept aus meiner Trattoria in Florenz – direkt aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch
✅ Nur 4 Grundzutaten – Mehl, Wasser, Hefe, Salz – aber mit Profi‑Technik für perfekte Struktur
✅ Knusprig oder weich? – Du steuerst die Textur über die Hydration
✅ Gelingsicher für Anfänger, tiefgründig für Fortgeschrittene – mit Tipps aus der italienischen Küche
Was macht einen perfekten Pizzateig aus?
Ein klassischer italienischer Pizzateig besteht aus Mehl, Wasser, Hefe und Salz. Er ist schlicht, aber technisch anspruchsvoll. Entscheidend sind Hydration, Gehzeit und die richtige Teigführung. So entsteht ein Teig, der außen knusprig und innen luftig ist – wie in einer echten Trattoria.
Die 4 Grundzutaten und ihre Funktion
Mehl – das Fundament des Teigs
- Ideal: Tipo 00 oder ein starkes Weizenmehl (W‑Wert 280–320).
- Sorgt für Elastizität, Struktur und einen luftigen Rand.
- Tipp aus Florenz: Je stärker das Mehl, desto besser verträgt es hohe Hydration.
Wasser – bestimmt die Teigkonsistenz
- Raumtemperatur: 20 – 25 Grad.
- Je mehr Wasser, desto luftiger und offener die Krume.
- Für Anfänger: 60 % Hydration.
- Für Fortgeschrittene: 65 – 70 % für neapolitanische Pizza.
Hefe – sorgt für Volumen und Aroma
- Weniger ist mehr: 1 – 2 g frische Hefe reichen bei langer Gehzeit.
- Zu viel Hefe führt zu flachem Geschmack und schneller Übergare.
- Tipp: Hefe immer vollständig im Wasser auflösen.
Salz – stabilisiert das Glutengerüst
- Gibt Geschmack und stärkt die Teigstruktur.
- Immer erst nach dem Mischen von Mehl und Wasser zugeben, damit die Hefe nicht gebremst wird.
Olivenöl (optional)
- Nicht typisch für neapolitanischen Teig, aber beliebt für römische, knusprige Pizza.
- Macht den Teig geschmeidiger und etwas weicher.
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Warum Hydration so wichtig ist
Die Hydration (Wasseranteil im Verhältnis zum Mehl) bestimmt, wie luftig, elastisch und aromatisch der Teig wird.
- Niedrige Hydration (55 – 60 %) → leichter zu verarbeiten, fester Teig, knuspriger Boden
- Mittlere Hydration (60 – 65 %) → ideal für klassische Pizza zuhause
- Hohe Hydration (65 – 70 %) → sehr luftig, weiche Krume, typisch neapolitanisch
Erfahrungstipp aus der Trattoria:
Ein Teig mit höherer Hydration braucht mehr Ruhe, lässt sich aber viel besser dehnen und entwickelt eine wunderschöne, offene Porung.
Was ist Hydration?
Hydration beschreibt das Verhältnis von Wasser zu Mehl im Pizzateig. Sie wird in Prozent angegeben und bestimmt, wie weich, elastisch und luftig der Teig wird. Höhere Hydration bedeutet mehr Wasser im Teig – das sorgt für eine offenere Porung, besseren Ofentrieb und einen fluffigeren Rand.
Warum lange Gehzeit den Geschmack verbessert
Ein perfekter Pizzateig braucht Zeit. Durch eine lange, langsame Fermentation entstehen:
- mehr Aroma
- bessere Verträglichkeit
- eine elastische, stabile Teigstruktur
- ein luftiger Rand („Cornicione“)
Meine Empfehlung:
- 2 Stunden bei Raumtemperatur für schnelle Ergebnisse
- 12 – 24 Stunden im Kühlschrank für maximalen Geschmack
Profi‑Hinweis:
In Florenz haben wir Teige oft 48 Stunden geführt. Der Unterschied ist enorm: weniger Hefe, mehr Aroma, bessere Bräunung.
Wie Du Pizzateig richtig knetest
Beim Kneten entsteht die Struktur, die Deinen Pizzateig später elastisch, dehnbar und luftig macht. So gehst Du vor:
1. Zutaten vermischen
Vermische Mehl und Wasser zunächst grob miteinander, bis keine trockenen Stellen mehr sichtbar sind.
2. Rhythmisch kneten
Knete den Teig mit beiden Händen in einem gleichmäßigen Rhythmus:
drücken – ziehen – falten.
Nach einigen Minuten sollte der Teig glatter werden und leicht glänzen.
3. Konsistenz prüfen
Löst sich der Teig vom Tisch, ohne zu reißen, bist Du auf dem richtigen Weg.
Wichtig: Gib nicht zu viel Mehl dazu. Eine leichte Klebrigkeit ist normal und fördert die Glutenentwicklung.
4. Glutentest
Ziehe ein kleines Stück Teig vorsichtig auseinander.
Reißt es nicht sofort, sondern lässt sich dünn ausziehen, ist das Glutennetz stabil — der Teig ist bereit für die Ruhezeit.
Grundrezept Pizzateig
Zutaten
- 250 g Mehl
- 1/2 TL Salz
- 15 g Hefe
- 1/8l Wasser
- 1/4 TL Zucker (optional)
- 5 EL Olivenöl extra vergine (optional)
Anleitung
Siebe das Mehl in eine große Schüssel oder die Rührschüssel deiner Küchenmaschine. So entfernst du Klümpchen und bringst Luft ins Mehl – das macht den Teig später lockerer (1). Profi-Tipp: Mehl immer exakt abwiegen – kleine Abweichungen verändern die Hydration und damit das Teigverhalten.
Löse die Hefe in einem Teil des lauwarmen Wassers auf. Optional eine Prise Zucker zugeben, um die Hefe zu „wecken“. Kurz stehen lassen, bis sich Bläschen bilden (2).
Profi-Tipp: Wasser darf nie heiß sein – sonst stirbt die Hefe. Fingerprobe hilft!
Vermische Mehl und ca. 90 % des Wassers grob – ohne Hefe und Salz. Der Teig muss nicht glatt sein, nur angefeuchtet. Abdecken und ruhen lassen (3). Profi-Tipp: Autolyse fördert die Glutenentwicklung ganz ohne Knetstress – der Teig wird elastischer und formbarer.
Gib die Hefemischung zum Teig, knete langsam ein. Salz erst nach ein paar Minuten zugeben. Mit der Maschine auf niedriger Stufe starten, dann steigern. Von Hand mit Druck- und Faltbewegungen arbeiten (4). Profi-Tipp: Fenstertest: Ein kleines Stück Teig dünn ausziehen – reißt es nicht, ist das Glutengerüst stabil.
Forme den Teig zu einer Kugel, lege ihn in eine leicht geölte Schüssel und decke ihn ab (5). Profi-Tipp: Lange, kalte Gare bringt mehr Aroma und bessere Verträglichkeit. Teile den Teig in zwei gleich große Stücke und forme sie zu straffen Kugeln. Abgedeckt ruhen lassen (6). Profi-Tipp: Beim Rundwirken Spannung aufbauen – das sorgt später für einen luftigen Rand.
Meine persönliche Erfahrung aus der Trattoria in Florenz
Als ich in Florenz in einer kleinen Trattoria gearbeitet habe, begann jeder Morgen gleich: Noch bevor die ersten Gäste kamen, stand ich in der warmen Küche, öffnete den großen Mehlsack und setzte den Pizzateig für den Tag an. Es war ein Ritual, das ich geliebt habe. Der Duft von frisch gemahlenem Tipo‑00‑Mehl, das leise Blubbern der Hefe im lauwarmen Wasser und die Ruhe, die in der Küche lag, bevor der Trubel begann — all das hat meinen Blick auf Pizzateig für immer geprägt.
In dieser Zeit habe ich gelernt, dass ein perfekter Pizzateig nicht aus vielen Zutaten, sondern aus Sorgfalt und Technik entsteht. Die italienischen Pizzaioli haben mir beigebracht, wie wichtig Temperaturführung, Hydration und Ruhezeiten sind. Und vor allem: dass man Teig nicht hetzen darf. Ein guter Teig braucht Zeit — und ein bisschen Liebe.
Was ich in Florenz gelernt habe
1. Temperatur ist alles
Der Teig reagiert empfindlich auf Hitze und Kälte.
- Wasser sollte 20 – 25 Grad haben.
- Die Teigtemperatur am Ende des Knetens idealerweise 22 – 24 Grad.
Praktischer Hack:
Wenn der Teig zu warm wird, 10 % des Wassers als Eiswürfel verwenden.
2. Mehl ist nicht gleich Mehl
In Florenz haben wir ausschließlich mit Tipo 00 gearbeitet — fein gemahlen, elastisch, perfekt für hohe Hydration.
Für zuhause funktioniert auch ein starkes 550er Mehl, aber:
- Je höher der W‑Wert, desto besser die Dehnbarkeit.
- Je stärker das Mehl, desto luftiger der Rand.
Praktischer Hack:
Wenn der Teig reißt, ist das Mehl zu schwach oder die Hydration zu hoch. Dann 1 – 2 EL Mehl nachgeben und erneut falten.
3. Lange Gehzeit = echter Geschmack
In der Trattoria haben wir den Teig oft 24 – 48 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
Das Ergebnis:
- intensiveres Aroma
- bessere Verträglichkeit
- ein luftiger, unregelmäßiger Rand
Praktischer Hack:
Wenn Du wenig Zeit hast, gib dem Teig wenigstens 30 Minuten Autolyse. Das wirkt Wunder.
4. Weniger Hefe, mehr Aroma
Italienische Pizzaioli arbeiten mit extrem wenig Hefe — oft nur 1–2 g frische Hefe pro 500 g Mehl.
Der Teig geht langsamer, aber entwickelt ein viel besseres Aroma.
Praktischer Hack:
Wenn du unsicher bist, ob der Teig genug gegangen ist:
Finger-Test: Drücke leicht in den Teig.
- Kommt er langsam zurück → perfekt.
- Bleibt die Delle → bereit zum Formen.
- Springt er sofort zurück → braucht noch Zeit.
Warum dieses Rezept wirklich authentisch ist
Dieses Grundrezept ist nicht „inspiriert von Italien“, sondern stammt direkt aus meiner Arbeit in einer florentinischen Trattoria. Es basiert auf echten Techniken, echten Zutaten und echten Abläufen aus einer professionellen Küche.
Ich habe es über Jahre hinweg verfeinert, angepasst und für die heimische Küche optimiert — ohne die italienische Seele zu verlieren.
Es ist ein Rezept, das ich selbst jeden Tag so ansetzen würde.
Ein Rezept, das funktioniert.
Ein Rezept, das schmeckt wie in Italien.
Probiere andere Pizza-Rezepte der Italienischen Küche
Varianten & Anpassungen für Deinen perfekten Pizzateig
Jeder Pizzateig hat seinen eigenen Charakter. Je nach Mehl, Hydration und Gehzeit verändert sich Geschmack, Textur und Handling. Diese Varianten decken die wichtigsten Nutzerbedürfnisse ab — von „original neapolitanisch“ bis „schnell & spontan“.
1. Neapolitanischer Pizzateig – hohe Hydration, luftiger Rand
Der neapolitanische Teig ist weich, elastisch und extrem luftig. Perfekt für Pizza mit großem, fluffigem Rand („Cornicione“).
Merkmale:
- Hydration: 65 – 70 %
- Mehl: Tipo 00, W‑Wert 280 – 320
- Gehzeit: 24 – 48 Stunden (kalt)
- Backzeit: 60 – 90 Sekunden im Pizzaofen oder 6 – 8 Minuten im Haushaltsofen mit Stahl
Warum Neapolitanischer Pizzateig beliebt ist:
Der hohe Wasseranteil sorgt für eine offene Porung und einen weichen, aromatischen Rand.
Profi‑Tipp:
Der Teig ist klebriger – arbeite mit nassen Händen, nicht mit Mehl.
Die Napolitanische Pizza
Neapolitanische Pizza ist die traditionelle Pizza aus Neapel: ein weicher, hoch hydrierter Teig mit großem, luftigem Rand („Cornicione“), dünnem Boden und kurzer Backzeit bei sehr hoher Hitze. Sie wird klassisch mit wenigen, hochwertigen Zutaten belegt – etwa San‑Marzano‑Tomaten, Fior di Latte oder Büffelmozzarella – und in 60 – 90 Sekunden gebacken.
2. Römischer Pizzateig – knusprig, dünn, weniger Hydration
Der römische Teig („Pizza Romana“) ist dünner, knuspriger und lässt sich leichter verarbeiten.
Merkmale:
- Hydration: 55 – 60 %
- Mehl: Tipo 00 oder 550
- Gehzeit: 8 – 24 Stunden
- Backzeit: 8 – 12 Minuten bei hoher Hitze
Warum Römischer Pizzateig beliebt ist:
Der Teig ist stabiler, lässt sich dünn ausrollen und wird wunderbar knusprig.
Profi‑Tipp:
Ein kleiner Schuss Olivenöl im Teig sorgt für extra Knusprigkeit.
Du findest das Rezept spannend? Dann schau Dir diese Variante an – Pizza Capricciosa – Pizza mit Artischocken und Schinken
3. Schneller Pizzateig – fertig in 30 Minuten
Für spontane Pizzaabende, wenn keine lange Gehzeit möglich ist.
Merkmale:
- Hydration: 55 – 60 %
- Hefe: mehr Hefe (ca. 10 – 15 g frisch)
- Gehzeit: 20 – 30 Minuten
- Backzeit: 10 – 12 Minuten
Warum ein schneller Pizzateig so beliebt ist:
Schnell, unkompliziert, ideal für Familien oder spontane Gäste.
Profi‑Tipp:
Auch bei schnellem Teig: 5 Minuten Autolyse einbauen. Das verbessert Struktur und Geschmack deutlich.
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4. Über‑Nacht‑Teig – maximaler Aroma‑Boost
Der perfekte Kompromiss zwischen Alltag und Profi‑Technik.
Merkmale:
- Hydration: 60 – 65 %
- Hefe: 1 – 2 g frisch
- Gehzeit: 12 – 24 Stunden im Kühlschrank
- Backzeit: 7 – 10 Minuten
Die Vorteile des Über-Nacht-Teigs:
Der Teig wird aromatischer, bekömmlicher und lässt sich leichter formen.
Profi‑Tipp:
Den Teig 1 Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen, damit er entspannter ist.
5. Pizzateig ohne Hefe – die Notlösung
Wenn keine Hefe im Haus ist, funktioniert ein schneller Teig mit Backpulver.
Merkmale:
- Hydration: 55 – 60 %
- Triebmittel: Backpulver
- Gehzeit: keine
- Backzeit: 10 – 12 Minuten
Vorteile von Pizzateig ohne Hefe:
Schnell, einfach, zuverlässig – aber nicht so luftig wie Hefeteig.
Profi‑Tipp:
Etwas Joghurt oder Olivenöl im Teig macht ihn geschmeidiger und aromatischer.
Häufige Fehler & Lösungen beim Pizzateig
1. Teig klebt stark
Ursache:
Zu hohe Hydration, schwaches Mehl oder zu wenig Knetzeit.
Lösung:
- Hydration auf 60 – 62 % reduzieren.
- Ein stärkeres Mehl verwenden (Tipo 00 oder W‑Wert 280+).
- Teig 5 – 10 Minuten länger kneten, bis er glatt ist.
- Hände und Arbeitsfläche leicht ölen statt bemehlen – Profi‑Trick aus Florenz.
2. Teig geht nicht auf
Ursache:
Wasser zu kalt/heiß, zu wenig Hefe, falsche Temperatur beim Gehen.
Lösung:
- Wasser auf 20 – 25 Grad temperieren.
- Hefe vollständig im Wasser auflösen.
- Teig an einem warmen Ort (ca. 22 – 24 Grad) gehen lassen.
- Bei kalter Gare: mindestens 12 Stunden im Kühlschrank.
- Finger‑Test nutzen: Kommt der Teig langsam zurück, ist er bereit.
3. Pizza wird hart oder trocken
Ursache:
Zu lange Backzeit, zu niedrige Hydration oder zu wenig Hitze.
Lösung:
- Backzeit verkürzen: 7 – 10 Minuten im Ofen, 6 – 8 Minuten auf Stahl.
- Hydration auf 62 – 65 % erhöhen.
- Ofen auf maximale Temperatur vorheizen (mind. 250 – 280 Grad).
- Pizzastein oder ‑stahl 30 – 45 Minuten vorheizen.
4. Der Rand wird nicht luftig
Ursache:
Zu wenig Teigspannung, zu kurze Gehzeit oder falsches Formen.
Lösung:
- Beim Rundwirken die Oberfläche straff ziehen, ohne zu reißen.
- Stückgare verlängern: 30 – 60 Minuten.
- Beim Formen den Rand nicht drücken – Luft muss im Cornicione bleiben.
- Höhere Hydration (65 %) für mehr Ofentrieb.
5. Teig reißt beim Formen
Ursache:
Zu wenig Glutenentwicklung oder zu kurze Ruhezeit.
Lösung:
- Teig länger kneten oder Autolyse einbauen (20 – 30 Minuten).
- Teiglinge länger entspannen lassen.
- Stärkeres Mehl verwenden (Tipo 00, W‑Wert 300).
6. Teig schmeckt fade
Ursache:
Zu kurze Fermentation oder zu viel Hefe.
Lösung:
- Weniger Hefe verwenden: 1 – 2 g frisch pro 500 g Mehl.
- Lange, kalte Gare: 12 – 24 Stunden.
- Salzmenge prüfen: ca. 2 – 2,5 % der Mehlmenge.
7. Boden wird nicht knusprig
Ursache:
Zu niedrige Hitze oder zu viel Feuchtigkeit im Belag.
Lösung:
- Pizzastein oder ‑stahl verwenden.
- Tomatensauce dünn auftragen.
- Mozzarella gut abtropfen lassen.
- Unterhitze im Ofen priorisieren.
8. Teig schmeckt „hefig“
Ursache:
Zu viel Hefe oder zu kurze Gehzeit.
Lösung:
- Hefemenge reduzieren.
- Teig länger fermentieren lassen.
- Kalte Gare für milderes Aroma.
Zwischen Wissenschaft & Technik - Das Geheimnis hinter dem perfekten Pizzateig
1. Glutenentwicklung
Gluten entsteht, wenn Mehl und Wasser miteinander reagieren. Es bildet ein elastisches Netzwerk, das Gas hält und den Rand luftig macht.
Je besser die Glutenentwicklung, desto dehnbarer der Teig.
Profi‑Tipp: Autolyse (20 – 30 Minuten) gibt dem Gluten einen Vorsprung – weniger Kneten, bessere Struktur.
2. Fermentation
Während der Fermentation baut die Hefe Zucker ab und produziert CO₂ und Aromastoffe.
Lange, kalte Gare = mehr Geschmack, bessere Verträglichkeit, stabilere Struktur.
Regel: Weniger Hefe + mehr Zeit = besserer Teig.
3. Temperaturführung
Temperatur steuert die Aktivität der Hefe und die Teigkonsistenz.
- Wasser: 20 – 25 Grad
- Teig nach dem Kneten: 22 – 24 Grad
Zu warm → Teig überfermentiert.
Zu kalt → Teig bleibt kompakt.
Hack: 10 % des Wassers als Eiswürfel, wenn der Teig zu warm wird.
4. Warum Salz erst später dazu?
Salz stärkt das Gluten, aber bremst die Hefe.
Darum erst nach dem Vermischen von Mehl und Wasser einarbeiten.
So kann die Hefe ungestört starten und der Teig entwickelt sich harmonischer.
5. Warum Öl optional ist
Öl verändert die Teigstruktur:
- macht ihn geschmeidiger,
- reduziert Klebrigkeit,
- sorgt für knusprigere Ergebnisse (römische Pizza).
Für neapolitanischen Teig ist Öl nicht traditionell, weil es die offene Porung leicht hemmt.
Für römische oder schnelle Teige ist es dagegen ein Vorteil.
Backmethoden im Vergleich
Methode
Temperatur
Ergebnis
Empehlung
Backofen
250 Grad
gut
Standart
Pizzaofen
300 Grad
top
knusprig
Pizzastahl
320 Grad
Ergebnis
Profi-Level
Gasgrill
350 Grad
sehr gut
Outdoor
Pizzaofen
450 – 500 Grad
perfekt
Neapolitanisch
Zum Schluss – dein Weg zur perfekten Pizza 🍕✨
Ein guter Pizzateig ist mehr als ein Rezept. Er ist ein kleines Ritual, ein Moment der Ruhe, ein Stück Italien in Deiner Küche. Wenn Du die Schritte befolgst, die Hydration im Blick behältst und dem Teig die Zeit gibst, die er braucht, wirst Du jedes Mal ein Ergebnis bekommen, das nach Florenz, nach Wärme und nach echter Handwerkskunst schmeckt.
Ich hoffe, Du fühlst Dich jetzt sicherer, inspirierter und bereit, Deinen eigenen perfekten Pizzateig zu kreieren. Und vielleicht wird dieses Grundrezept auch bei Dir zu einem kleinen Stück Alltagstradition — so wie es bei mir in der Trattoria war. ❤️
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Cacciucco
1. Wie lange sollte Pizzateig gehen?
Für bestes Aroma mindestens 2 Stunden bei Raumtemperatur oder 12 – 24 Stunden im Kühlschrank. Lange, kalte Gare sorgt für mehr Geschmack und bessere Verträglichkeit.
2. Welche Hydration ist ideal für Pizzateig?
Für zuhause funktionieren 60 – 65 % am besten.
Neapolitanisch: 65 – 70 %
Römisch: 55 – 60 %
3. Welches Mehl ist am besten für Pizzateig?
Traditionell: Tipo 00.
Alternativ: Weizenmehl 550 mit gutem Eiweißgehalt.
Je höher der W‑Wert, desto elastischer und luftiger wird der Teig.
4. Warum wird mein Teig klebrig?
Oft liegt es an zu hoher Hydration oder schwachem Mehl.
Lösung: Hydration leicht senken oder ein stärkeres Mehl verwenden.
5. Warum geht mein Teig nicht auf?
Meist ist das Wasser zu kalt/heiß oder die Hefe wurde nicht richtig aktiviert.
Optimal: 20 – 25 Grad Wasser und ausreichend Gehzeit.
6. Warum wird meine Pizza hart?
Zu lange Backzeit, zu wenig Wasser im Teig oder zu niedrige Ofentemperatur.
Ofen immer maximal vorheizen.
7. Wie bekomme ich einen luftigen Rand?
8. Kann ich Pizzateig einfrieren?
Ja. Nach der ersten Gehzeit Teiglinge einfrieren. Vor dem Backen vollständig auftauen und 1 Stunde entspannen lassen.